Nie wieder ohne
In den letzten Monaten, teils gar Jahren, sind mir ein paar Programme derart wichtig geworden, dass ich mir *melodrammodusAN* ein Leben ohne sie gar nicht mehr vorstellen kann *melodrammodusAUS*.
Klar gehören so Standardsachen wie Apples Mail.app oder Adium dazu. Wobei ich bei bei letzterem noch so einige Wünsche hätte: Dateiübertragung funktioniert oft nicht wie es soll, Away-Messages werden teils erst nach direktem Anschreiben übermittelt. Aber hauptsächlich geht es mir um etwas anderes in diesem Beitrag. Nämlich um die kleinen Helferlein, die teilweise ihr Werk eher im Hintergrund tun und ihre einfachen Aufgaben erfüllen, ohne groß hervorzudrängen und ihr Vorhandensein durch plärrende Splash-Screens oder überladene Interfaces dem Nutzer entgegen zu schreien.
Ganz speziell meine ich 3 Applikationen, die hier näher vorgestellt werden sollen.
Things ist eine ToDo-Listen-Verwaltung. Vereinfacht gesagt. Klingt in der Tat sehr simpel aber missen möchte ich diese feine Anwendung des deutschen Entwicklers Cultured Code definitiv nicht mehr. Aufgaben können in verschiedene “Dringlichkeitsstufen” einsortiert werden (heute zu erledigen, demnächst zu erledigen, zu einem bestimmten Termin anfallend, irgendwann mal machen) und in Projekten zusammengefasst werden. Besonders praktisch ist aber das Zusammenspiel mit dem iPhone/iPod touch. Things gibt es nämlich auch für diese Mobilplattform, die auf Knopfdruck mit dem Desktop-Pendant synchronisiert. Wenn man damit noch ein ToDo verpasst, ist man nun wirklich selbst Schuld.
Nachteile: es gibt keine direkt im Programm eingebaute Möglichkeit, die Things Datenbank über das Web zu synchronisieren und so mit mehreren Rechnern abzugleichen. Notfalls ist das aufgrund der angesprochenen Möglichkeit des Syncs mit dem iPhone nicht so problematisch. Im Wiki des Entwicklers gibt es aber Anleitung, wie man sich mittels AppleScript und einem WebDAV-Service, wie ihn beispielsweise GMX kostenlos zur Verfügung stellt, behelfen kann. Heftiger wirkt jedoch der Preis: die Mac-Variante kostet knapp 40 Euro, die Variante fürs iPhone 8 Euro. Klingt erstmal nach Wucher für eine Verwaltung simpler abhakbarer Einträge. Wer bisher sein halbes Leben über Notizzettelchen organisiert hat, wird den Entwicklern aber dankbar sein.
fruux ist ein Synchronierungsdienst. Es landet als Panel in der Systemsteuerung und ist prinzipiell damit schon einsatzbereit. Einstellungen sind nur bedingt möglich. So kann man wählen, welche Daten synchron gehalten werden sollen: Kontakte aus dem Adressbuch, Termine aus iCal und Lesezeichen aus dem Safari lassen sich übermitteln. fruux sorgt automatisch im Hintergrund dafür, dass diese Daten auf einem Webserver zwischengespeichert und von jedem Rechner ebenso automatisch abgerufen werden, auf dem man fruux installiert und mit seinem Account eingerichtet hat. Wenn man regelmäßig an mehr als einem Rechner arbeitet, kommt man meiner Ansicht nach um fruux eigentlich nicht herum.
Es gibt allerdings durchaus noch Raum für Erweiterungen und Verbesserungen, die übrigens bereits für spätere Versionen angekündigt sind. So wird an einem Webclient gearbeitet, der einem den Zugriff auf die Daten auch über den Webbrowser ermöglicht – praktisch wenn man von einem Fremdrechner aus zum Beispiel die eigene Terminverwaltung aufrufen will. Außerdem arbeiten die Entwickler an einem iPhone App, mit dem die drahtlose Übertragung von iCal und Adressbuch Daten zum Handy möglich wird – der kabelgebunde Umweg über iTunes würde entfallen. Bisher gab es allerdings Querelen seitens Apple: Vorversionen der App wurden mit der Begründung zurückgewiesen, fruux würde Kernfunktionen von Apples MobileMe Service imitieren. Trotzdem: selbst ohne iPhone Unterstützung ist fruux ein in meinen Augen unentbehrlich gewordenes Stück Software, das zudem – bis auf weiteres – völlig kostenlos ist!
Dropbox ist das einzige Programm in dieser Reihe, welches neben dem Mac auch für Windows und Linux erhältlich ist. Ähnlich wie fruux handelt es sich um einen Synchronisierungsdienst – ihr seht, ich habs ein bisschen mit Datenkohärenz. Hier werden allerdings “normale” Dateien gespiegelt. Dazu installiert man sich mit der Dropbox einen Ordner auf der Festplatte. Jede Datei, die man nun in diesen Ordner verschiebt oder kopiert wird auf einen Webserver übertragen und darüber auf jeden Rechner gesynct, auf dem der User die Dropbox eingerichtet hat. Praktisch insbesondere bei großen Dateien: es werden stets nur Änderungen in Dateien übertragen. Wer also an einem umfangreichen Dokument arbeitet und häufig zwischenspeichert, sendet die bearbeitete Datei nicht ständig komplett neu ins Netz. Außerdem bietet Dropbox ein Webinterface, über welches man auf jede Datei direkt aus dem Browser zugreifen kann. Das Webinterface erlaubt außerdem den Zugriff auf eine weitere wichtige Funktion von Dropbox: das automatische Backup. Jede Änderung wird auf dem Webserver mitgeloggt – so ist es möglich, zu früheren Versionen einer Datei zurückzukehren falls man etwa Änderungen fälschlicherweise abgespeichert und damit wichtige Inhalte überschrieben hat. Dieses Feature habe ich zwar bisher (zum Glück) noch nicht gebraucht, aber das Vorhandensein gibt ein gutes Gefühl von Sicherheit.
Auch die Dropbox ist in seiner Basisvariante mit einem Speicherplatz von 2 GB kostenlos. Eine kostenpflichtige Variante mit 50 GB Speicher ist für $9.99 im Monat oder $99 im Jahr zu haben.
Vielleicht hat der ein oder andere Mac-Nutzer durch diese zugegebenermaßen sehr kurze Liste ja eine Anregung erhalten. Wenn du ähnlich geartete kleine Helferprogramme, ohne die das (Mac-)Leben weniger Spaß machen würde, kennst: die Kommentare warten auf dich!
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3 Kommentare bisher
Kommentare
Danke für die Tipps Timo!
Remember the Milk sieht ganz schick aus, wenn ich mit Things nicht schon glücklich wäre, wär das auf jeden Fall einen näheren Blick wert.
ZumoDrive: seh ich das richtig, dass das eigentliche Konzept es vorsieht, dass die Daten nur im Netz liegen? Ich somit für den Zugriff stets eine Internetverbindung brauche? Ok, habe schon gelesen, dass man wohl auch Dateien lokal halten kann aber dann wären wir ja doch wieder bei Dropbox gelandet. Und dort gibt es doppelten Speicher in der Gratisvariante :P
Google Apps: Mail nutz ich, Reader brauch ich nich, Calender – das wäre schon fein, aber: zumindest in der Vergangenheit ließ sich das eben nicht so ohne weiteres mit den Apple Apps synchronisieren. Ohne Zusatzsoftware schon mal gar nicht und auch mit: nur relativ umständlich und vor allem nur in eine Richtung. Das geht ja mal gar nicht. Hat sich wohl in der Zwischenzeit geändert? Nunja, wenn die fruux Webapp erstmal da ist, bin ich glücklich.
By the way: ich gehe doch recht in der Annahme, dass man das iPhone (immer noch) nicht über Bluetooth mit iSync up-to-date halten kann? Wenn ja: shame on you, Apple!
Update: soeben beim fscklog gelesen:
Das Push-Syncen von Notizen mit iPhone OS 3.0 läuft nun laut ispazio auch per MobileMe – Apples Webdienst erlaubt damit künftig den drahtlosen Abgleich von Mails, Kalender- wie Adressbucheinträgen, Bookmarks und eben endlich auch Notizen.
Na alles klar, man sucht verzweifelt nach Argumenten für MobileMe …
Japp, bei ZumoDrive hast du Recht. Ich nutze es halt um Daten zwischen Arbeit und Privat auszutauschen. Am Rechner schiebe ich es dann eh wieder in irgend einen Unterordner.
Calender lässt sich jetzt ohne Hilfsmittel synchronisieren:
http://www.google.com/support/calendar/bin/answer.py?hl=en&answer=99358#ical


Ich nutze für meine to-do-listen Remember the Milk. Kann ich sowohl mit ical, iphone als auch gmail oder netvibes nutzen.
hatte bis vor kurzem dropbox, nutze jetzt aber zumodrive. wirkt alles etwas frischer und durchdachter. und halt ein paar kleinigkeiten, die ich persönlich besser und durchdachter finde als bei dropbox.
ansonsten fahre ich momentan total auf google ab. reader/gmail/calendar sind großartig syncronisierbar mit den apple apps.