Läuft’s bei Twitter rückwärts?
18 Jahre ist es mittlerweile her, dass die (”der Legende nach”) erste Webcam online ging. Sie hatte einen einfachen aber überaus praktischen Zweck: den Füllstand der Kaffeemaschine in einem Computerlabor der Cambridge Universität an die interessierten Bohnenschlürfer zu übermitteln, die sich in den umliegenden Räumen aufhielten. So wusste man stets genau, ob ein Gang zur Maschine lohnenswert war. Das Gerät gibt es übrigens immernoch (die Kaffeemaschine, nicht die Cam), und zwar beim Spiegel.
Seit dieser Zeit hat sich logischerweise einiges in Sachen Internettechnik getan, auch der Webcamhorizont hat sich zweifelsohne erweitert. Heute sieht man längst Live-Bilder der ganzen Welt im Internet, schon seit einiger Zeit auch auf mobilen Geräten wie dem iPhone. Webcams haben also einen natürlichen Evolutionsprozess mitgemacht.
Beim “in der Szene” ™ noch immer gepriesenen Twitter sieht das wohl ein wenig anders aus. Das gibt es jetzt nun schon seit mehreren Jahren, doch die Evolution läuft hier offenbar eher rückwärts ab. Denn erst seit Mitte April 2009 hat auch hier die Kaffeemaschine Einzug gehalten. Der Blankomat twittert munter seinen Status hinaus in die Welt und so kann diese teilhaben, welche Getränke wann zubereitet worden sind. Was (noch) fehlt: statistische Erhebungen (wieviele Tassen pro Woche/Monat, welches ist das beliebteste Getränk, zu welchen Zeiten wird die Maschine am häufigsten benutzt etc.) und natürlich Informationen über die Getränkezubereitungsinauftraggeber. Dann würde man auch schon bald wissen, wer bei Blanko der größte Koffeinjunkie ist. Diese Daten dann noch abgeglichen mit der Arbeitsleistung der Mitarbeiter und man könnte direkte Korrelationen zwischen Konsum und Output ermitteln. Also, kreativem, nicht urinalem.
Es spricht doch eigentlich Bände, dass dieses neue Mitglied in der … “Twitter-o-sphäre” überaus ausgiebig in eben jener diskutiert wurde. Kurzum: ich bin noch immer nicht ganz warm geworden mit dem digitalen Rumgezwitscher, ein Berg von Uninteressantem (und Unwichtigem sowieso) versperrt leider jeden Tag auf’s Neue den Blick auf die Handvoll Tweets, denen man wirklich etwas abgewinnen kann.
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