AMI 2008

Bei der alljährlichen Automesse AMI in Leipzig konnten die Hersteller mal wieder ihre aktuelle Produktpalette vorstellen. Und das Angebot war breit gefächert: vom umschwärmten Porsche bis hin zum Klapper-Lada war so ziemlich alles vertreten. Während man sich beim russischen Fabrikanten spöttisches Lächeln der Besucher anhören konnte und eine nicht mehr schließende Kofferraumklappe für wenig Erstaunen sorgte, stand das Publikum lechzend vor den wenigen Modellen aus Zuffenhausen, um die Chance zu ergattern, wenigstens ein einziges Mal im Leben hinter dem Steuer eines solchen Wagens zu sitzen.

Nach bisherigen Wochenenderfahrungen in der Messe Leipzig konnte ich diesmal durch einen Besuch am Freitag doch einen deutlich angenehmeren Tag erleben. Keine Menschenmassen, die sich durch die hallenverbindenden Gänge quälen, keine Publikumstrauben, die ein “Erfahren” der Autos unmöglich machten. So muss das sein. Dennoch überraschend, dass man nach nur 10 Minuten Wartezeit bereits am stark frequentierten Offroadkurs an die Reihe kam und so beispielsweise im neuen VW Tiguan (der da von Klum und Seal) 80%ige Steigungen, Autowippen oder extreme Schräglagen hautnah erleben konnte. Sicher nicht gerade ein Alltagseinsatz für die meisten Besucher aber spaßfördernd auf jeden Fall.

Vermutlich ebenfalls auf den praktischen Freitagstermin zurück zu führen, war die teilweise sofortige Verfügbarkeit von Testfahrten. So konnte ich den aktuellen Astra GTC auf der Straße ausprobieren ohne erst Schlange stehen zu müssen. Gut, mag am Auto liegen – bei Audi war mehr Betrieb. Eine Fahrt mit dem A3 Sportback gegen Ende des Messetages war dann doch noch drin. Schon allein dafür hat sich die Anreise nach Leipzig gelohnt. Jetzt müsste man nur noch einen gewinnen…

Weitere Eindrücke: viel weiss – was ich absolut begrüße. Sieht einfach bei nahezu allen Modellen richtig schick aus. Einiges an öko, hybrid und wie die Bezeichnungen alle lauten – auch nicht schlecht. Zum Beispiel ein kombiartiger Skoda Fabia mit angeblich 4 Liter auf 100km… vernünftig. Eine ganze Menge Concept Cars war vertreten, meist eins verrückter als das nächste. Ich frag mich, warum sowas gebaut wird. Dass die Dinger je auch nur in ähnlicher Form in Serie gehen ist völlig ausgeschlossen. Also viel Entwicklungszeit in ein Auto stecken, dass als Prototyp nur ein wenig für Aufmerksamkeit sorgen soll? Anscheinend. Ansonsten: wirkliche Premieren waren natürlich rar gesät – die hebt man sich wohl lieber für die IAA auf. Die Deutschlandpremiere des VW Scirocco wurden dann entsprechend von den Besuchern gut angeommen – viele Interessenten mit positiven Beurteilungen.

Insgesamt angesichts der wenigen Neuheiten ein überraschend lohnenswerter und interessanter Messebesuch, der sich vor allem durch eine starke Bindung der Messevertreter zum Publikum auszeichnet.

– weitere Fotos bei Flickr

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