Jobbörse oder Datensammler?
Hinweis: Dies ist ein von trigami vermittelter bezahlter Eintrag.
Das webbasierte Jobportal Yourcha verspricht, mit einem neuartigenden Jobvermittlungsansatz den Arbeitsmarkt auf den Kopf zu stellen. Doch was ist wirklich dran an den Werbeversprechen und PR-Sprüchen?
Yourcha richtet sich in erster Linie an bereits Berufstätige, die bspw. aufgrund von Unzufriedenheit oder Perspektivlosigkeit wechseln möchten. Der Vorteil liegt dabei nicht nur in der Bequemlichkeit der passiven Job”suche”: die Nutzung der Vermittlungsdatenbank kostet den Arbeitnehmer auch nichts. Kosten fallen so nur für die Arbeitgeber an. Laut Angaben von Yourcha sparen diese aber trotzdem, z.B. im Vergleich zu Inseraten in Zeitschriften, und Streuverluste gibt es durch das gezielte Auswählen in Frage kommender Arbeitssuchender auch nicht. Inwiefern dies tatsächlich der Realität entspricht, lässt sich schwer nachvollziehen, ist für den normalen Nutzer aber auch egal. Dessen einziger Nachteil besteht aus der obligatorischen Preisgebung seiner Adressdaten. Diese werden zwar, wie Yourcha betont, anonymisiert gespeichert – der zukünftige Arbeitgeber erfährt Details also erst wenn der gesuchte Arbeitnehmer dies gestattet – die Yourcha AG selbst allerdings könnte sich aber natürlich frei bedienen. Genau da liegt der Grund für ein gesundes Maß Skepsis: bisherige Berichte über Yourcha erwähnen immer wieder die Verbindung der AG zur sogenannten Global Group. Dem laut eigenen Angaben führenden Dienstleister für ganzheitliches Kundenmanagement in Deutschland wird nachgesagt, er verkaufe Adressdaten. So wurde mehrfach in der Blogosphäre der Verdacht laut, Yourcha diene letztlich nur als Beschaffungsmaßnahme für neue, wertvolle Datensätze. Einige nicht von der Hand zu weisende Punkte spricht dieser Blogger an.
Nach dieser Warnung nun ein paar Informationen zu den Funktionalitäten und dem Aufbau der Plattform: um sich als Arbeitnehmer anzumelden, benötigt man zunächst einen Anmeldecode. Diesen erhält man nur auf Beantragung. Angeblich will man so wohl „schwarze Schafe“ aussortieren. Die Vermutung des oben verlinkten Bloggers, diese Schranke sei zur Verifizierung der Adressdaten eingebaut worden, klingt aber nicht ganz unlogisch. Um das Angebot dann tatsächlich nutzen zu können, verlangt Yourcha einige Details, deren Notwendigkeit aber größtenteils nachvollziehbar ist. Die optionale Möglichkeit, sein jährliches Bruttoeinkommen anzugeben, schaltet den sogenannten Gehaltsmonitor frei. Hier kann man auf einen Blick schnell und übersichtlich das eigene Gehalt mit dem Durchschnittslohn im jeweiligen Beruf vergleich – in der Tat eine praktische Funktion, wenn einem beim nächsten Bewerbungsgespräch (und das kommt wohl bestimmt…) auf die Gehaltvorstellungsfrage keine passende Antwort einfallen mag.
Ausgerechnet beim wichtigsten Punkt im Profil leistet sich Yourcha aber Schnitzer: die Angabe des eigenen Berufs bzw. Jobwunsches ist nur recht eingeschränkt möglich. Freie Eingaben sind nicht vorgesehen, stattdessen klickt man sich den Job aus Drop-Down-Listen zusammen. Im Bereich Medien – Redaktion/Dokumentation bleibt nur die Wahl zwischen Künstler oder Drucker (??). Die Frage bleibt offen, wie man so gezielt von potentiellen Arbeitgebern gefunden werden soll. Überhaupt konnte ich keinen Beitrag im Netz finden, in dem jemand von einem tatsächlichen Jobangebot berichten konnte. Hinzu kommt, dass Blogger, die Yourcha über trigami testen, nur einen Testzeitraum von wenigen Tagen zugebilligt bekommen. Soll hier der Eindruck entstehen, die tollen Jobs würden schon noch kommen – man brauche nur Geduld?
Die Idee, die hinter dem Angebot von Yourcha steckt, klingt auf jeden Fall vielversprechend und sinnvoll. Um sie aber tatsächlich zu nutzen, muss die AG unbedingt für die Schaffung eines Vertrauensverhältnisses zu ihren potentiellen Kunden sorgen. Eine kurze Google Suche zeigt, dass ein solches im Moment nicht wirklich vorhanden ist.
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2 Kommentare bisher


Hallo,
in den vergangenen Wochen erschienen in zahlreichen Blogs Einträge zu yourcha.
Auf der Seite http://blog.yourcha.com nehmen wir dazu offiziell Stellung und gehen detailliert auf die veröffentlichten Beiträge ein.